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Eine andere Art zu reisen: Pilger- und Wallfahrten

PilgerwegWährend in der heutigen Zeit der Erholungswert und der Reiz neuer, schöner Landschaften die Hauptgründe für Urlaubsreisen sind, so unternehmen die Menschen seit Anbeginn der Zivilisation sogenannte Pilgerreisen oder auch Wallfahrten. Hierbei muss unterschieden werden, ob individuell oder in der Gruppe gereist wird. Auch haben solche Reisen nicht zwangsläufig religiösen Charakter, sondern werden auch immer häufiger von nicht gläubigen oder nicht religiösen Menschen zur Selbstfindung durchgeführt. Dies ist also auch ein Phänomen, das mit dem Trend zur Selfness zusammenhängt. Man will sich wieder auf die Grundlagen des „Menschseins“ zurückbesinnen, indem man als Fremder zu Orten fährt, denen positive Wirkungen zugeschrieben werden. Dies sind häufig Tempel und Kirchen, doch schon die antiken Griechen und Römer pilgerten zu Orten, die einfach besondere Natur aufwiesen und daher für sie heiligen Charakter hatten.

Der berühmte Jakobsweg

Er führt von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens, in Galicien. Ziel der Reise ist das Grab des Apostels Jakobus. Der Jünger von Jesus ist der Nationalheilige Spaniens. Der Weg verbindet die Städte Jaca, Pamplona und León miteinander. Hier gibt es im Sommer am Wegesrand sogar Möglichkeiten zur Unterbringung in Zelten.

Haddsch – Die Pilgerfahrt nach Mekka

Diese Reise gehört für Muslime neben dem Bekenntnis, dem Gebet, den Almosen und dem Fasten, zu den 5 Säulen des Glaubens. Sie kann nur während eines Monats im Jahr durchgeführt werden und es ist für jeden pflicht, der die Möglichkeit dazu hat, einmal im Leben den Weg zu beschreiten. Der Zutritt zu der Stadt selbst ist ausschließlich Muslimen erlaubt. Und dennoch ist die Infrastruktur der Region zu dieser Zeit regelmäßig überlastet. Die Haddsch umfasst mindestens 300 Kilometer in mehreren Etappen, denen jeweils eine bestimmte Bedeutung zugesprochen wird.

Pilgern in Deutschland

Zu den größten und bekanntesten Pilgerorten in Deutschland gehört das bayerische Altötting. Der hiesige Kapellplatz war schon vor Jahrhunderten Ziel zahlreicher Pilger und wird daher „das religiöse Herz Bayerns“ genannt. Der Platz ist geprägt von imposanten geistlichen und weltlichen Gebäuden und großen Rasenflächen. Auch Würzburg ist bekannt für die starke Religiosität und ist Start- und Endpunkt einer alljährlich durchgeführten, 173 Kilometer langen Wallfahrt. Am 20. August beginnt der „Gottesdienst unterwegs“ und endet am 24. im Neumünster in Würzburg, der als urstätte des Christentums in gilt. Die Wallfahrer wollen gemeinsam die Witterungen ertragen und so so neuer Lebens- und Glaubensfreude finden. Es werden verschiedene Stationen in den umliegenden Gemeinden bezogen und dabei auf Straßen gegangen. Da im August das Wetter umschlagen kann, wird es empfohlen sowohl eine gefüllte Wasserflasche als auch einen Regenmantel im Gepäck haben. Bei der gut durchorganisierten Wallfahrt fahren auch Begleitbusse mit, die das große Gepäck transportieren und Vorräte mit sich führen.

Rückreise

Ist man erst angekommen bleibt auch noch die Frage der Rückreise. Hierzu bieten sich verschiedene Möglichkeiten: Man könnte zum Beispiel ab Santiago de Compostela oder Bilbao mit dem Flugzeug nach Hause zurückkehren (Manche Airlines bieten Rabatte für „erfolgreiche“ Pilger mit Pilgerurkunde) oder aber man verbindet die Rückreise von seiner Pilgerfahrt mit einer kleinen Tour durch Europa und schaut sich noch andere sehenswerte Orte an, wie vielleicht Paris oder Metz.

Die Begriffe unterscheiden sich

Wallfahrten sind rein katholischer Natur und werden meist als größere Prozession, zu bestimmten Festtagen und auf kürzeren Strecken zu wichtigen Orten unternommen. Alle Teilnehmer der Wallfahrt verfolgen das gleiche Ziel, sei es die Heilung einer Krankheit oder eine bestimmte Bitte an ihren Gott oder einen Heiligen. Traditionell geht also die Pilgerreise auf den Glauben zurück, dass übernatürliche, ggf. göttliche Mächte, an bestimmten Orten besonders intensiv spürbar seien. Darüber hinaus suchen gläubige Pilger und Wallfahrer auch oft den Kontakt zu Gleichgesinnten, die sie sonst nicht treffen würden. In vielen Religionen sind Pilgerfahrten Bestandteil der Glaubensausübung. Beispielsweise für Christen, Muslime und auch Juden gehört diese Reise in die Fremde und zu sich selbst zur normalen Entwicklung dazu. Dies begünstigt aus finanzieller Sicht den Erhalt wertvoller Kultstätten, Orte und Institutionen rund um die Versorgung der Pilger.

Was gibt es bei einer Pilgerfahrt zu beachten?

Religiöse Pilger haben meist auch eine sogenannte Pilgerurkunde als Ziel vor Augen, die sie nur bekommen, wenn sie einen auf vorgeschrieben Art und Weise abgestempelten Pilgerausweis vorweisen können. Diesen müssen sie bereits im Vorfeld bei der Heimatpfarrei ausstellen lassen. Er ist auch eine Berechtigung in einer der zahlreichen Herbergen übernachten zu dürfen. Die Urkunde wird nur dann ausgestellt, wenn mindestens die letzten 100 km des Weges zu Fuß bzw. 200 km per Fahrrad oder gar Pferd zurückgelegt wurden. Allgemein haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedenste Arten des Pilgerns herausgestellt. Es gibt neben dem fußläufigen Pilgern auch die Möglichkeit diese Erfahrung auf dem Fahrrad- oder Pferdesattel zu machen, oder auch per Schiff oder Auto. Besonders in den Sommermonaten besteht daher die Möglichkeit auf Campingplätzen zu übernachten. Dringend sollte man sich aber insbesondere beim Fußmarsch auf die Anstrengungen des Weges vorbereiten, um keine Schäden sondern nur Bereicherungen mitzunehmen. Damit ist zum einen eine geeignete Ausstattung und zum Anderen die körperliche Fitness gemeint. Denn ca. 800 km über Stock und Stein, durch Gebirge und unterschiedliche Klimazonen kann der Mensch nicht völlig unvorbereitet zurücklegen.

Bildquelle: Alexander Altmann / www.pixelio.de

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